Soldaten Besoldung 2026 – Gehalt, Dienstgrade & Zulagen
Die Bundeswehr beschäftigt über 180.000 Soldatinnen und Soldaten. Ihr Gehalt hängt von Laufbahn, Dienstgrad, Erfahrung und Verwendung ab. Dieser Artikel gibt einen vollständigen Überblick.
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Die vier Laufbahnen der Bundeswehr
Die Bundeswehr unterteilt sich in Mannschaftsdienstgrade, Unteroffiziere, Offiziere und Sanitätsdienst. Die Besoldung orientiert sich an der A- und B-Besoldung des Bundes:
| Laufbahn | Typische Dienstgrade | Besoldung |
|---|---|---|
| Mannschaft | Soldat (OR-1) bis Oberstabsgefreiter (OR-5) | A 3 – A 5 |
| Unteroffiziere (ohne Portepee) | Gefreiter bis Stabsunteroffizier | A 5 – A 7 |
| Unteroffiziere (mit Portepee) | Feldwebel bis Stabsfeldwebel | A 7 – A 9 |
| Offiziere (Leutnant–Hauptmann) | Leutnant, Oberleutnant, Hauptmann | A 9 – A 12 |
| Stabsoffiziere | Major bis Oberst | A 12 – A 16 |
| Generale | Brigadegeneral bis General | B 6 – B 11 |
Zulagen und Sondervergütungen
Ein wichtiger Teil des Bundeswehr-Einkommens stammt aus Zulagen, die je nach Verwendung und Einsatz stark variieren:
Auslandsverwendungszulage
Für Auslandseinsätze (z. B. Mali, Kosovo, NATO eFP) nach § 56 BBesG: Grundbetrag von ca. 110 € bis über 1.800 € monatlich, steuerfrei, gestaffelt nach Gefährdungsgrad und Einsatzort. Die genaue Höhe hängt vom jeweiligen Einsatzgebiet ab und wird im Besoldungsrechner Bundeswehr berücksichtigt.
Stellenzulage
Flieger- und Bordwaffenzulage sowie ähnliche Verwendungszulagen: ca. 200–470 € monatlich, abhängig von der konkreten Verwendung. Die exakte Zuordnung erfolgt über die jeweilige Stellenbeschreibung.
Verpflegungsgeld
Wenn keine Kasernenverpflegung gestellt wird: Verpflegungsgeld von ca. 7 €/Tag steuerfrei.
Anerkennungsprämie (Zeitsoldaten)
Bei Ende der Verpflichtungszeit: Einmalige steuerfreie Prämie, gestaffelt nach Dienstjahren. Ab 12 Jahren Dienstzeit bis zu 4.000 €.
Schicht- und Wechselschichtzulage
Wie bei anderen Beamten nach der Erschwerniszulagenverordnung (EZulV): 119 € monatlich für Schichtdienst, 170 € monatlich für ständigen Wechselschichtdienst. Gilt für Soldatinnen und Soldaten im entsprechenden Dienstplan-Rhythmus.
Zeitsoldat vs. Berufssoldat: Unterschied bei Pension & Rente
Dies ist ein häufig unterschätzter Unterschied:
Zeitsoldat
- Verpflichtung auf Zeit (2–25 Jahre)
- Zahlt in die gesetzliche Rentenversicherung ein
- Anspruch auf Übergangsgebührnisse nach Ende der Dienstzeit
- Keine Beamtenpension
Berufssoldat
- Dauerhaftes Dienstverhältnis
- Beamtenähnlicher Status, erhält Pension
- Pension bis 71,75 % des letzten Grundgehalts
- Beihilfe zur Krankenversicherung
Truppenärztliche Versorgung statt Beihilfe
Anders als andere Beamte erhalten aktive Soldatinnen und Soldaten während der Dienstzeit keine Beihilfe, sondern werden truppenärztlich versorgt – die medizinische Behandlung erfolgt über die Bundeswehr selbst, nicht über eine private oder gesetzliche Krankenversicherung. Erst im Ruhestand (bei Berufssoldaten) greift wie bei anderen Beamten die reguläre Beihilfe in Kombination mit einer privaten Krankenversicherung.
Häufige Fragen
Was verdient ein Offizieranwärter/Fähnrich netto?▼
Fähnriche und Offizieranwärter erhalten Anwärterbezüge von ca. 1.100–1.350 € brutto (je nach Laufbahn) zuzüglich Unterkunft und Verpflegung in der Kaserne. Nach Beförderung zum Leutnant steigt die Besoldung auf A 9 (ca. 2.100 € netto, Stufe 1).
Gibt es 2026 eine Gehaltserhöhung für Soldaten?▼
Ja. Die Bundesregierung hat eine Besoldungserhöhung von +2,8 % ab Mai 2026 für Bundesbeamte beschlossen – dies schließt Berufssoldaten und Zeitsoldaten (Bundesbesoldungsgesetz) ein.
Lohnt sich die Bundeswehr-Karriere finanziell?▼
Im Vergleich mit der Privatwirtschaft liegt die Bundeswehr-Besoldung auf mittlerem Niveau. Vorteile: Job-Sicherheit, steuerfreie Auslandszulagen, kostenlose Unterkunft/Verpflegung in Einsätzen, Pension (Berufssoldaten) und keine Sozialversicherungsbeiträge. Nachteile: Versetzungspflicht, physische Belastung, Auslandseinsätze.
Sind Soldaten privat oder gesetzlich krankenversichert?▼
Während der aktiven Dienstzeit sind Soldatinnen und Soldaten weder privat noch gesetzlich krankenversichert im klassischen Sinn, sondern werden truppenärztlich versorgt – die Bundeswehr übernimmt die medizinische Behandlung direkt. Erst als Berufssoldat im Ruhestand gilt wie bei anderen Beamten die reguläre Beihilfe in Kombination mit einer privaten Krankenversicherung.
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