Zum Inhalt springen

Beförderung im öffentlichen Dienst

Im öffentlichen Dienst gibt es klare Regeln für den Aufstieg. Ob Beamter oder Tarifbeschäftigter – wer befördert wird, hängt von Leistung, Wartezeit und verfügbaren Stellen ab. Hier erfährst du, wie Beförderungen funktionieren und was du aktiv tun kannst.

Beförderung vs. Höhergruppierung

Beförderung (Beamte)

  • Von einer Besoldungsgruppe zur nächsten (z.B. A 9 → A 10)
  • Erfordert eine freie Planstelle im Stellenplan
  • Auswahl nach Leistungsprinzip (Art. 33 GG)
  • Dienstliche Beurteilung ist entscheidend
  • Mindestwartezeit (1–2 Jahre)

Höhergruppierung (Tarifbeschäftigte)

  • Von einer Entgeltgruppe zur nächsten (z.B. E 9b → E 10)
  • Durch Übertragung höherwertiger Tätigkeiten
  • Eingruppierung nach Tarifvertrag (nicht nach Leistung)
  • Kein Stellenplan erforderlich
  • Keine Mindestwartezeit (aber 6 Monate Bewährung üblich)

Voraussetzungen für eine Beförderung bei Beamten

1

Freie Planstelle

Im Haushaltsplan muss eine freie Planstelle in der Ziel-Besoldungsgruppe vorhanden sein.

2

Probezeit bestanden

Beamte auf Probe müssen erst die Probezeit (i.d.R. 3 Jahre) erfolgreich beenden und auf Lebenszeit verbeamtet werden.

3

Mindestwartezeit

Je nach Laufbahnrecht: 1 Jahr in der aktuellen Besoldungsgruppe (Bund), in Ländern teilweise 2 Jahre.

4

Dienstliche Beurteilung

Die Beurteilungsnote muss zu den Besten im Vergleichspool gehören. Beurteilungen erfolgen regelmäßig (z.B. alle 3 Jahre).

5

Ggf. Qualifizierung

Für einen Laufbahnaufstieg (z.B. gehobener → höherer Dienst) sind Fortbildungen oder ein Masterstudium nötig.

Typischer Karriereverlauf (Beamte, gehobener Dienst)

Phase
Besoldungsgruppe
Typischer Zeitraum
Einstieg
A 9
Dienstantritt
1. Beförderung
A 10
Nach 2–4 Jahren
2. Beförderung
A 11
Nach 5–8 Jahren
3. Beförderung
A 12
Nach 10–15 Jahren
Endamt (ohne Aufstieg)
A 13
Nach 15–20+ Jahren

Zeiträume sind Richtwerte. In Mangelbereichen (IT, Technik) oft schneller möglich.

Praxis-Tipps für schnelleren Aufstieg

  • 🏆 Beurteilung maximieren: Leistungen proaktiv dokumentieren und im Beurteilungsgespräch einbringen
  • 📚 Fortbildungen nutzen: Qualifizierungsangebote wahrnehmen – sie fließen in die Beurteilung ein
  • 🔄 Mobilität zeigen: Bereitschaft zu Umsetzungen oder Abordnungen wird oft positiv bewertet
  • 🗺️ Dienstherrenwechsel: Wenn Beförderungsstellen knapp sind – ein anderer Dienstherr kann schnellere Chancen bieten
  • 📢 Ausschreibungen beobachten: Viele Beförderungsstellen werden intern ausgeschrieben – regelmäßig prüfen

Häufige Fragen

Kann ich eine Beförderung einklagen?
Nicht direkt, aber du kannst einen Konkurrentenstreit führen, wenn du bei der Besetzung übergangen wurdest und die Auswahlentscheidung fehlerhaft war (Widerspruch + einstweilige Anordnung).
Gibt es einen Rechtsanspruch auf Beförderung?
Nein, es gibt nur einen Anspruch auf ermessensfehlerfreie Auswahlentscheidung. Der Dienstherr entscheidet im Rahmen seines Ermessens.
Wie viel mehr Gehalt bringt eine Beförderung?
Je nach Besoldungsgruppe typischerweise 200–500 € brutto pro Monat. Von A 9 nach A 10 z.B. ca. 250–350 € bei vergleichbarer Stufe.

Was bringt dir die nächste Besoldungsstufe?

Berechne den Gehaltsunterschied zwischen deiner aktuellen und der nächsten Besoldungsgruppe.

Seite teilen

WhatsAppE-Mail

https://besoldungs-rechner.de