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Polizeilicher Einstellungstest

Dieser Artikel enthält Empfehlungslinks.

Der Einstellungstest ist die zentrale Hürde auf dem Weg zur Polizeiuniform. Er prüft, ob Bewerberinnen und Bewerber fachlich, körperlich und persönlich für den Polizeidienst geeignet sind – und entscheidet damit oft über die gesamte berufliche Zukunft im Polizeibereich. Hier erfährst du alles über Ablauf, Inhalte und die beste Vorbereitung.

Warum ist der Einstellungstest so wichtig?

Im Polizeialltag müssen in kurzer Zeit Informationen erfasst, bewertet und rechtssicher Entscheidungen getroffen werden – oft unter Stress. Der Test prüft deshalb gezielt Konzentration, Merkfähigkeit, logisches Denken, Sprachbeherrschung, Matheverständnis sowie Persönlichkeitsmerkmale wie Verantwortungsbewusstsein und Teamorientierung.

Zusätzlich dient das Verfahren dazu, gesundheitliche Risiken auszuschließen und die psychische Belastbarkeit zu prüfen. Wer auch nur einen Baustein nicht besteht, wird in der Regel nicht eingestellt.

Häufige Bausteine – Ablauf je nach Bundesland verschieden

1

Kognitive Tests (PC-Test)

In vielen Bundesländern der erste Prüfungsabschnitt: computergestützte Aufgaben zu Rechtschreibung, Grammatik, Textverständnis, Logik, Mathematik, Konzentration und Merkfähigkeit. Dauer meist 2–4 Stunden.

2

Sporttest (körperliche Eignung)

Sprint, Ausdauerlauf, Kraft und ggf. Hindernisparcours – je nach Bundesland. Einige Länder (z. B. BW, NRW, Saarland) akzeptieren stattdessen das Deutsche Sportabzeichen als Einstellungsvoraussetzung.

3

Psychologischer Eignungstest (nicht überall)

In einem Teil der Bundesländer (z. B. Bayern) gibt es standardisierte Persönlichkeitsfragebögen, die Teamfähigkeit, emotionale Stabilität, Belastbarkeit, Konfliktverhalten und berufliche Motivation erfassen. Andere Länder verzichten auf einen separaten Psychotest oder integrieren entsprechende Fragen in das strukturierte Interview. Ob und in welcher Form ein Psychotest Bestandteil des Verfahrens ist, hängt vom jeweiligen Bundesland ab.

4

Polizeiarzt / Medizinische Untersuchung

Pflichtbestandteil: Prüfung von Sehvermögen, Hörvermögen, Herz-Kreislauf-System und Bewegungsapparat durch den polizeiärztlichen Dienst. Die Polizeibehörden arbeiten mit eigenen ärztlichen Diensten, die anhand detaillierter Vorschriften beurteilen, ob Bewerber polizeidiensttauglich sind. Bestimmte Vorerkrankungen oder körperliche Einschränkungen können zur Polizeidienstunfähigkeit führen und das Auswahlverfahren damit beenden.

5

Strukturiertes Interview / Mündliche Prüfung

Am Ende des Auswahlverfahrens steht meist eine mündliche Prüfung mit standardisierten Interviewfragen zu Motivation, Sozialkompetenz, Kommunikationsfähigkeit, Konflikt- und Kritikfähigkeit sowie Selbstreflexion. In manchen Bundesländern ergänzt durch Gruppenaufgaben, Rollenspiele oder Kurzpräsentationen. Die Standardisierung ermöglicht eine faire und vergleichbare Bewertung aller Bewerber. Bei Gruppenaufgaben und Präsentationen beurteilen Beobachter zusätzlich Teamverhalten, Auftreten und Argumentationsfähigkeit.

Testbereiche nach Häufigkeit

Fach / Bereich
Häufigkeit
Kurzbeschreibung
Rechtschreibung & Grammatik
Sehr hoch
Diktate, Fehlertexte, Grammatik- und Zeichensetzungsaufgaben – hier liegen laut Behörden besonders viele Fehlerquoten.
Sprach- & Textverständnis
Sehr hoch
Texte lesen, Kernaussagen erfassen, Fragen beantworten; dazu Wortbedeutungen, Synonyme und Satzergänzungen.
Logik / Abstraktes Denken
Sehr hoch
Zahlenreihen, Matrizen, logische Schlussfolgerungen, Analogien und Flussdiagramme.
Mathematik
Hoch
Grundrechenarten, Dreisatz, Prozent- und Zinsrechnung, Tabellen und Diagramme; teils mit Taschenrechner.
Allgemein- & polizeibezogenes Wissen
Hoch
Politik, Geschichte, Gesellschaft, Verfassung, Aufbau der Polizei, aktuelle Ereignisse.
Konzentration & Merkfähigkeit
Hoch
Zeichenfolgen, Fehlersuche, Merkaufgaben mit Symbolen oder Begriffen, die kurz gelernt und abgefragt werden.
Visuelles Denkvermögen
Mittel
Figurenreihen, Lagebeziehungen, räumliches Vorstellungsvermögen (z. B. Faltaufgaben).
Psychologischer Test / Persönlichkeitstest
Mittel
Nur in einem Teil der Bundesländer als eigener Baustein – teils in das Interview integriert oder gar nicht vorhanden.
Sportliche Leistung
Hoch
Sprint, Ausdauer, Kraft, Koordination; Standard in den meisten Ländern. Einige Länder (z. B. BW, Saarland) akzeptieren das Deutsche Sportabzeichen stattdessen.

Genauigkeit, Aufgabenanzahl und Gewichtung variieren je nach Bundesland und Laufbahn (mittlerer vs. gehobener Dienst).

Unterschiede nach Bundesland

Der Einstellungstest ist nicht bundesweit einheitlich – jede Landespolizei und die Bundespolizei haben eigene Auswahlverfahren. Gemeinsamkeiten sind PC-Test, Sportteil, medizinische Untersuchung und mündliche Prüfung, doch Dauer, Reihenfolge und genaue Bausteine variieren erheblich:

  • 1 Testtag: z. B. Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern
  • 1,5 Tage: z. B. Hessen
  • Mehrtägig: z. B. Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Hamburg, Saarland
  • Bundespolizei: Eigenes Auswahlverfahren (zuständig: Bundespolizeiakademie Bad Lippspringe) – gesondertes Bewerbungsverfahren vom Bund, unabhängig von den Landespolizeien.
  • Sportabzeichen statt Sporttest: z. B. BW, Saarland, Sachsen-Anhalt – nicht NRW (NRW hat einen eigenen Pflicht-Sportleistungstest)

Empfehlung: Informiere dich unbedingt vorab direkt bei der Polizei deines Bundeslandes über das genaue Verfahren.

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Häufige Fragen

Wann findet der Einstellungstest statt?
Mehrere Monate vor dem Einstellungstermin, mit festen Bewerbungsfristen. Je nach Bundesland gibt es mehrere Testtermine pro Jahr – ein Termin wird nach Prüfung der Unterlagen vergeben.
Wie lange dauert der Test?
Je nach Bundesland 1 bis 3 Tage. Der PC-Test allein dauert meist 2–4 Stunden. Sporttest, Interview und Polizeiarzt kommen hinzu.
Kann man durchfallen?
Ja. Nichtbestehen eines Bausteins – PC-Test, Sporttest oder medizinische Untersuchung – führt zur Ablehnung der Bewerbung.
Wie oft darf ich den Test wiederholen?
Abhängig vom Bundesland: teils einmalige Wiederholung nach Wartefrist, teils begrenzte Versuche oder keine Wiederholung bei gravierenden Eignungsmängeln.
Wie bereite ich mich am besten vor?
Alle PC-Testbereiche mit originalnahen Aufgaben üben, frühzeitig mit Konditions- und Krafttraining beginnen, das spezifische Verfahren deines Bundeslandes recherchieren und typische Interviewfragen reflektieren. Spezialisierte Übungsbücher helfen, alle Aufgabentypen zu verinnerlichen.

Was verdienst du als Polizeibeamter?

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